Statement der JU Backnang zur aktuellen Corona-Politik

Veröffentlicht von Lars Schäfer am

Corona-Politik zu Lasten der jungen Generation

Seit nunmehr einem Jahr kämpfen wir alle für die Eindämmung der Coronapandemie. Dabei wurde solidarisches Handeln insbesondere von uns – der jungen Generation – gefordert. Wenngleich die gravierenden Grundrechtseinschränkungen vor allem für uns als eine der mobilsten Bevölkerungsgruppen einen massiven Einschnitt bedeuten, haben wir diese zum Schutz der älteren und gefährdeten Bevölkerungsgruppen hingenommen und ausdauernd all die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mitgetragen. Das alles obwohl die Wahrscheinlichkeit, selbst im Falle einer Infektion mit dem Virus von schwerwiegenden Verläufen betroffen zu sein, sehr gering ausfällt. Vor allem die Kontaktbeschränkungen behindern jugend-spezifische Lebensstile und Erlebnisse, die in der Jugendphase eigentlich selbstverständlich sind. Diese stellen wohl die mit Abstand belastendste Maßnahme dar.

Unsere Bereitschaft in der Vergangenheit mitzuwirken beruhte in erster Linie auf dem Glauben an das Solidaritätsprinzip. Zusammenstehen in Krisenzeiten, die eigenen Interessen hintenanzustellen, um einer größeren Sache zu dienen – das war die Vision. Doch diese Vision erweist sich nun zunehmend als Illusion.Seit dem 08. Mai sind wesentliche Teile der Einschränkungen für Geimpfte und Genesene wieder zurückgenommen. Sie sollen sich wieder uneingeschränkt treffen können und bei Treffen mit anderen Personen nicht mitgezählt werden. 

Was dadurch geschaffen wird, ist eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bestehend aus der privilegierten Klasse der Geimpften und Genesenen einerseits und den „Nicht-Priorisierten“ andererseits. Die Gesunden und Jüngeren sind die klaren Verlierer dieser Pandemie. Während die Geimpften ihre Freiheit wiedergewinnen und ein Stück weit wieder in Normalität leben können, sehen sich die „Nicht-Priorisierten“ weiterhin Unsicherheiten, Zukunftssorgen und Einschränkungen im sozialen Bereich ausgesetzt. Die überwiegende Anzahl der 12-59-Jährigen werden wohl erst ab August zweifach geimpft sein und bis dahin weiterhin zurückstecken müssen, ehe sie wie die „Priorisierten“ den vollständigen Impfschutz genießen können und ihre Freiheitsrechte zurückgewinnen. 

Für die Corona-Politik wurden massive finanzielle Ausgaben getätigt und horrende Schulden aufgebaut. Strategien wie das Geld einmal zurückgezahlt werden soll gibt es jedoch keine. Am Ende wird die Schuldenlast wieder auf die Schultern der jungen Generation abgewälzt. 

Dass all das nur noch weiter zur Entfremdung der Jugend von der Politik beiträgt, ist wohl kaum verwunderlich. Als Sprachrohr der politischen Jugend wollen wir, die Junge Union Backnanger Raum, nicht länger schweigen.       

Wir fordern eine Perspektive für junge Menschen raus aus den Freiheitsbeschränkungen. Wir wollen, dass die Auswirkungen der Coronakrise auf junge Menschen verstärkt in politische Entscheidungen eingebunden werden und nach all der Zeit, in der wir uns für die Risikogruppen zurückgenommen haben, auch uns ein Stück Solidarität zuteil wird. 

Wir gönnen den Geimpften die Rückgabe ihrer Freiheitsrechte. Aber ist es fair, dass die junge Generation weiterhin zuhause bleiben und auf Freizeitaktivitäten verzichten muss, während die Bevölkerungsgruppe, für deren Schutz die Einschränkungen ursprünglich hingenommen wurden wieder selbstbestimmt ohne Restriktionen und Rücksichtnahme durchs Leben gehen können?  – Wir bezweifeln, dass das gerecht und im Interesse aller ist.             

Solange noch nicht alle Personengruppen vollständig geimpft werden können, muss es für diejenigen, die erst später an der Reihe sind ebenfalls Möglichkeiten geben, die Gleichheit herzustellen. Wir wollen, dass Negativgetestete gleichgestellt werden mit Geimpften und Genesenen. Wer einen tagesaktuellen Schnelltest vorweisen kann, soll entsprechend dieselben Rechte haben. 

Wir bitten insbesondere unsere Mandatsträger alles im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu tun, um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern und die im vergangenen Jahr so hochgelobte Solidarität im Sinne von wechselseitigem füreinander einstehen wieder herzustellen. Zeigen Sie, dass Sie dazu in der Lage sind, generationengerechte Politik zu gestalten!

Kategorien: Blog

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